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Mahnwache für die Opfer des deutschen Faschismus

Das Ettlinger Bündnis gegen Rassismus und Neonazis

lädt am

Samstag, 8. Mai 2021 um 11 Uhr

zu einer Mahnwache für die Opfer des deutschen Faschismus am Zwangsarbeiter*innenmahnmal auf dem Ettlinger Friedhof ein.

Nie wieder! Zwangsarbeit, Rassismus, Faschismus, Krieg!

Der 8. Mai muss Gedenk- und Feiertag werden!

Es spricht

Anita Awosusi, Bürgerrechtlerin und Autorin

Die Dokumentation des Ettlinger Bündnis gegen Rassismus und Neonazis

Weil sie „Zigeuner“ waren, Ettlinger Kinder deportiert und ermordet

wird vorgestellt

Bitte denken Sie an Masken und Abstandsregeln! Wenn Sie sich krank fühlen, bleiben Sie zuhause!
Eigenen Kugelschreiber mitbringen!

Mahnwache gegen rechte Hetze!

Am Donnerstag, 24. September veranstaltet die AfD in der Stadthalle in Ettlingen mit MdBs aus Baden-Württemberg einen „Bürgerdialog“ zur deutschen Krise. Dabei stellt sich diese Partei dar, als ob sie die Lösung für die Probleme der Bürgerinnen und Bürger habe. In Wirklichkeit ist es aber gerade die AfD, die die ohnehin Benachteiligten unserer Gesellschaft –Geflüchtete, MigrantInnen und Arbeitslose- zu Sündenböcken macht und versucht, die Menschen damit geschickt gegeneinander auszuspielen.
Gerade in Krisenzeiten können rechte „Antworten“ viel Anklang finden. Die Menschen spüren Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit am eigenen Leib. Das führt dazu, dass sie nach Lösungen für ihre Probleme suchen.
Aber Rechte lösen niemals Probleme!
Die AfD verspricht den Bürgerinnen und Bürgern in der Krise einfache Antworten. Es sind aber nur leere Phrasen und Schuldzuweisungen an die angeblich Verantwortlichen.
Die AfD stellt eine große Gefahr für das friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft dar. Sie spaltet die Gesellschaft und lenkt ab von den Problemen, die uns wirklich beschäftigen: Stellenabbau, schlechte Arbeits- und Lebensbedingungen, ein krankes Gesundheitssystem, Personalmangel in der Pflege usw. Unsere Forderung heißt: gleiche politische und soziale Rechte für alle Menschen. Asyl ist Menschenrecht. Rassismus ist keine Alternative! Keinen Raum für Rassistinnen und Rassisten!
AfD–Politiker solidarisieren sich sogar mit den verantwortungslosen Corana-Leugnern in Berlin und loben sie ausdrücklich. Auch deshalb ist es wichtig, diesen Kräften überall konsequent entgegenzutreten! Wir lassen uns nicht spalten!
Unsere Alternative heißt Solidarität!
Kommen sie am Donnerstag, 24.9.20 ab 17.30 Uhr
zur Mahnwache vor die Stadthalle!
Halten Sie Abstand und tragen Sie eine Maske!
Unser Protest ist friedlich, bunt und laut!

Moria brennt!

Dreizehntausend Menschen leben auf Lesbos jetzt auf der Straße, weil das Camp fast vollständig zerstört ist. Die Lage in den Camps auf den griechischen Inseln ist seit Jahren katastrophal. Jetzt kommt es zu einer extremen Notsituation für alle Menschen, nachdem letzte Woche bereits die ersten Corona-Fälle bestätigt wurden.
Der Brand zeigt das Versagen der europäischen und deutschen Flüchtlingspolitik. Über 170 Städte und Kommunen in Deutschland sind aufnahmebereit! Evakuiert die Lager! Die Politik muss endlich handeln!
Das Ettlinger Bündnis gegen Rassismus und Neonazis bittet mit Unterstützung der Ettlinger Kirchengemeinden, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, das AK-Asyl und des Ortsverbands der Partei die LINKE inständig seit vielen Monaten den Oberbürgermeister und die Stadträtinnen und Stadträte, Ettlingen zum sicheren Hafen zu erklären und sich für die zusätzliche Aufnahme Geflüchteter in unserer Stadt einzusetzen. Der Gemeinderat hat diesen Beschluss bisher nicht gefasst. Trotzdem trägt auch Ettlingen Verantwortung, seine Stimme zu erheben und sich für die Evakuierung der Geflüchteten einzusetzen sowie eigene Aufnahmekapazitäten bereitzustellen und offensiv anzubieten, denn den Menschen in Moria muss umgehend geholfen werden. Das Leid der Menschen erfordert eine sofortige Evakuierung!
Herr Oberbürgermeister, verehrte Stadträtinnen und Stadträte, handeln Sie jetzt! Beweisen Sie, dass Menschenrechte in Ettlingen mehr als nur leere Floskeln sind! Lassen Sie Solidarität und Menschlichkeit nicht an der Stadtgrenze enden!

Auswertung zur Umfrage Umbenennung „Mohrenstraße“

Anfang Juli 2020 hatte das Ettlinger Bündnis gegen Rassismus und Neonazis Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, der Initiative ihre Meinung zu einer eventuellen Umbenennung der Mohrenstraße mitzuteilen. Damit wollten wir in unserer Stadt eine Debatte über Rassismus anstoßen, was uns offensichtlich gelungen ist. Wir bedanken uns ausdrücklich bei allen Einsendern, die uns ihre Meinung geschrieben haben!
Zum Ergebnis der Befragung: An der Umfrage beteiligten sich 44 Bürgerinnen und Bürger. Davon waren 24, also 55% für eine Umbenennung der Mohrenstraße, 20, das heißt 45%, stimmten für die Beibehaltung des bisherigen Namens.
Die Haushalte und Firmen in der Mohrenstraße wurden von uns direkt angeschrieben. Rückmeldungen von den Bewohnerinnen und Bewohnern waren für uns nicht erkennbar
Als neuer Namen wurde häufiger vorgeschlagen Papiergässle. So hieß die Straße bis 1894, benannt nach der dortigen Papiermühle. Mehrere Nennungen erfuhr auch der Name Gerbergässle.
Weitere Vorschläge waren: Jallohstraße. 2005 verbrannte der Asylbewerber Oury Jalloh unter zweifelhaften Umständen in einer Dessauer Polizeizelle. Auch Amadeu Antonio, der aus Angola stammende Vertragsarbeiter wurde eines der ersten Todesopfer rechtsextremer Gewalt nach der deutschen Vereinigung, wurde als Namensgeber benannt. Ein anderer Vorschlag war: Martin-Luther-King-Straße. Der US-Bürgerrechtler wurde 1968 von einem Rassisten erschossen. Eine-Welt-Straße wurde genannt. Ein Einsender schlug Hererostraße vor, um den Menschen zu gedenken, die unter dem deutschen Kolonialismus in Afrika am meisten zu erleiden hatten. Andere Ettlinger meinten, dass die Straße nach Georg Lechleiter, dem im KZ ermordeten Widerstandskämpfer gegen den Hitler-Faschismus, nach dem nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst die Straße benannt war, die 1951 in Karl-Springer-Straße umbenannt wurde. Auch der Vorschlag Möhrenstraße kam. Begründung dafür, Kosten zu sparen.
Einigen Personen sind auch Zusatzschilder wichtig, die erklären sollen, warum der Name Mohrenstraße geändert wurde, und die den neuen Namen erklären.
Zitate aus den Zuschriften (Pro):
„Papiergässle klingt eher badisch!“
„Die Tage der Mohrenstraße sollten gezählt sein!“
„Eigentlich sollte es ohne einen solchen Aufruf klar sein, dass so ein Straßennamen nicht okay ist!“
„Die Umbenennung ist ein zwar kleiner aber signifikanter Schritt, um die aktuelle Sichtweise auf historische Ereignisse zu ändern!“
„Ich find euren Einsatz gegen Rassismus bewundernswert!“
„Ich würde eine Umbenennung gutheißen und befürworten!“
„Den Namen so stehen zu lassen ist rücksichtslos und normalisiert den rassistischen Begriff!“
„Eine Umbenennung trägt dazu bei, das Thema ins Bewusstsein auch der nicht betroffenen Mitbürger zu rücken. Diese Problematik zu bagatellisieren, bedeutet wegzuschauen!“
„Begriffe müssen immer wieder gesellschaftlich hinterfragt werden!“
„Ettlingen ist in punkto Rassismus kein Hort der Glückseligkeit. Die Aussage, die Kirche im Dorf zulassen, zeigt, wie notwendig die Diskussion ist!“
„Mohr ist ein diskriminierender Begriff!“ „In der Schule wird nicht genug über die deutsche Kolonialzeit gesprochen!“
„Ein wichtiger Schritt gegen den alltäglichen Rassismus und zur Aufklärung über das gerne verschwiegene Tabuthema des unsäglichen deutschen Kolonialismus!“
„Es wird höchste Zeit, dass sich Ettlingen von rassistischen Begriffen befreit!“
„Sofort umbenennen!“
„Als Straßenname wurde er vergeben zum Zeitpunkt und zum Ausdruck rassistischer Gesinnung als Unterstützung gewalttätiger deutscher Eroberungs- und Unterwerfungspolitik.“
„Sprache prägt Bewusstsein. Das Verbannen solcher eindeutig rassistischer Begriffe verhindert nicht Rassismus, ist aber ein guter Anfang, dieses massive Problem endlich einmal anzugehen!“
Zitate aus den Zuschriften (Contra):
„Mit der falschen Annahme, es würde sich bei Mohr um Rassismus handeln, erreichen Sie das genaue Gegenteil, Sie befeuern Rassismus!“
„Althergebrachte und positiv besetzte Begriffe müssen erhalten bleiben!“
„Für mich ist das eine Erinnerung an das damalige Hotel. Man sollte es dabei auch belassen!“
„Viele Menschen haben diese ständigen Belehrungen über politische Korrektheit satt.“
„Schämt euch, die Straße umbenennen zu wollen!“
„Wahrer Rassismus findet in den Köpfen derer statt, die den Namen einer Straße mit Rassismus in Verbindung bringen!“
„Ich persönlich denke da nicht an Rassismus, vielmehr an Kinderbücher!“
„Für mich war das frühere Gasthaus Drei Mohren eine beliebte Begegnungsstätte! Es war keinerlei Beigeschmack!“ „Teil der Ettlinger Geschichte!“
„Mit Rassismus hat das nichts zu tun. Das Leugnen von Rassen bedeutet, die Realität den jetzigen Vorstellungen anzupassen!“
„Vermutlich beneiden uns viele Länder darum, dass wir keine größeren Probleme haben als das Umbenennen von Straßen!“
„Müssen wir auch unseren Familiennamen ändern?“
„Mohrenstraße kommt aus dem Brauchtum, nicht aus dem Rassismus des Imperialismus!“
„Das erinnert mich doch sehr an stalinistische und maoistische Diktaturen, in denen alles Unliebsame einfach ausradiert wurde. Als nächstes steht dann möglicherweise für diejenigen Deutschen, die immer noch Mohr sagen, ein Umerziehungslager an?“
„Ich denke, der Begriff Mohr ist ein Wort aus dem alten Sprachgebrauch und kein Schimpfwort oder Diskriminierung!“
„Purer Aktionismus! Glauben Sie allen Ernstes, dass ein Mensch weißer Hautfarbe, der einen Menschen mit schwarzer Hautfarbe als minderwertig ansieht, durch diese Blödsinns-Aktion seine Meinung ändert?“
„Wegstreichen, ignorieren wie auch Umbenennungen fördern die allgemeine Verblödung!“
Wie Oberbürgermeister Johannes Arnold mitteilte, hält er eine Diskussion in seinem Gemeinderat für sinnvoll, wenn der Integrationsbeauftragte Thobias Pulimoottil den Stadträtinnen und Stadträten eine Stellungnahme für eine konstruktive Fortführung der Diskussion über den Namen „Mohrenstraße“ erarbeitet haben wird. Das Ettlinger Bündnis gegen Rassismus und Neonazis hofft, mit den Ergebnissen der Umfrage zu einer Verbreiterung der Diskussionsgrundlage für die Debatte im Gemeinderat beitragen zu können.

Es interessiert uns Ihre Meinung!

Nach dem Tod von George Floyd am 25. Mai bei einem brutalen Polizeieinsatz in der US-Großstadt Minneapolis kam es weltweit zu Protesten. So auch in Ettlingen. Die Aktivisten betonen: Diskriminierung, soziale und ökomische Ausgrenzung sowie körperliche Angriffe bis hin zum Mord von Menschen mit schwarzer Hautfarbe sind ein globales Problem.
Im Zuge dieser Rassismus-Debatte wollen mehrere Fraktionen im Deutschen Bundestag das Wort “Rasse” aus dem Grundgesetz streichen. Auch die Umbenennung von Straßen rückt in den Fokus.
Schreiben Sie uns eine E-Mail (ettlinger-buendnis@gmx.de) und teilen Sie uns mit, wie Sie über eine Umbenennung der Mohrenstraße denken! Auch Ihre Vorschläge für einen neuen Namen würden uns interessieren.
Laut David Depenau, Die Ettlinger Straßennamen, verlag regionalkultur 2004, trägt die Verbindungsstraße von der Mühlenstraße zur Rheinstraße den Namen seit 1894. Benannt sei sie nach dem Gasthaus zu den „Drei Mohren“, auf das sie zuführte. Früher hätte sie Papiergässle, benannt nach der dortigen Papiermühle, vor 1695 Gerbergässchen geheißen. Die Umbenennung in Mohrenstraße fiel also in die Zeit, als das Deutsche Reich in Afrika im Besitz einiger Kolonien war. Es waren die Deutsch-Südwestafrika (heute: Namibia), Kamerun, Togo und Deutsch-Ostafrika (heute: Tansania, Burundi, Uganda). In weiten Teilen der Bevölkerung des Kaiserreichs –und nicht nur im konservativen Parteienspektrum- herrschte damals die Auffassung, Deutschland brauche Kolonien und habe das Recht, minderwertige Rassen zu unterjochen und gegebenenfalls auch auszurotten.
Der Begriff „Mohr“ ist wie das N-Wort zunächst einmal rassistisch, für schwarze Menschen, für Menschen afrikanischer Herkunft. Der Straßenname diskriminiert Schwarze Menschen. Das wären Argumente für die Umbenennung dieser Straße. Der Name „Mohrenstraße“ kommt als harmlose, historisch gewachsene Bezeichnung daher, ist aber zugleich ein kolonialrassistisches Zeichen mangelnden Feingefühls gegenüber schwarzen Menschen. Alltagsrassismus eben!
Ihre Einsendungen erbitten wir bis spätestens Freitag, 17. Juli 2020!