Es interessiert uns Ihre Meinung!

Nach dem Tod von George Floyd am 25. Mai bei einem brutalen Polizeieinsatz in der US-Großstadt Minneapolis kam es weltweit zu Protesten. So auch in Ettlingen. Die Aktivisten betonen: Diskriminierung, soziale und ökomische Ausgrenzung sowie körperliche Angriffe bis hin zum Mord von Menschen mit schwarzer Hautfarbe sind ein globales Problem.
Im Zuge dieser Rassismus-Debatte wollen mehrere Fraktionen im Deutschen Bundestag das Wort “Rasse” aus dem Grundgesetz streichen. Auch die Umbenennung von Straßen rückt in den Fokus.
Schreiben Sie uns eine E-Mail (ettlinger-buendnis@gmx.de) und teilen Sie uns mit, wie Sie über eine Umbenennung der Mohrenstraße denken! Auch Ihre Vorschläge für einen neuen Namen würden uns interessieren.
Laut David Depenau, Die Ettlinger Straßennamen, verlag regionalkultur 2004, trägt die Verbindungsstraße von der Mühlenstraße zur Rheinstraße den Namen seit 1894. Benannt sei sie nach dem Gasthaus zu den „Drei Mohren“, auf das sie zuführte. Früher hätte sie Papiergässle, benannt nach der dortigen Papiermühle, vor 1695 Gerbergässchen geheißen. Die Umbenennung in Mohrenstraße fiel also in die Zeit, als das Deutsche Reich in Afrika im Besitz einiger Kolonien war. Es waren die Deutsch-Südwestafrika (heute: Namibia), Kamerun, Togo und Deutsch-Ostafrika (heute: Tansania, Burundi, Uganda). In weiten Teilen der Bevölkerung des Kaiserreichs –und nicht nur im konservativen Parteienspektrum- herrschte damals die Auffassung, Deutschland brauche Kolonien und habe das Recht, minderwertige Rassen zu unterjochen und gegebenenfalls auch auszurotten.
Der Begriff „Mohr“ ist wie das N-Wort zunächst einmal rassistisch, für schwarze Menschen, für Menschen afrikanischer Herkunft. Der Straßenname diskriminiert Schwarze Menschen. Das wären Argumente für die Umbenennung dieser Straße. Der Name „Mohrenstraße“ kommt als harmlose, historisch gewachsene Bezeichnung daher, ist aber zugleich ein kolonialrassistisches Zeichen mangelnden Feingefühls gegenüber schwarzen Menschen. Alltagsrassismus eben!
Ihre Einsendungen erbitten wir bis spätestens Freitag, 17. Juli 2020!