Film und Diskussion: Donnerstag, 2. Juni, 19 Uhr, Scheune der Diakonie, Pforzheimer Str. 31, Ettlingen

1934 trat das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ in Kraft. Es war das erste Rassegesetz der Nationalsozialisten. Auf seiner Grundlage wurden bis 1945 etwa 400.000 Menschen, die an einer körperlichen oder geistigen Krankheit litten oder nur im Verdacht einer solchen standen, zwangsweise sterilisiert. Dieser Verdacht genügte, um die Betroffenen in eine Anstalt einzuweisen. Der größte Teil, der durch Meldebögen und Denunziation erfassten Menschen, war nicht erbkrank. Am 1. September 1939 ordnete Adolf Hitler durch einen persönlichen Erlass den Beginn der bereits geplanten „Euthanasie“ an. In den „Euthanasie“-Gasmordanstalten und anderen Heil- und Pflegeanstalten wurden etwa 300.000 Menschen durch Gas, Medikamente oder gezieltes Verhungernlassen ermordet.
Dokumentarfilm von Guillaume Dreyfus, Frankreich 2014, 58 Min., Interviews mit Zwangssterilisierten und Kindern von Menschen, die in der NS-„Euthanasie“ ermordet wurden.